Bisherige Untersuchungen über die Schweiz im Zweiten Weltkrieg legen das Hauptgewicht auf neutralitätspolitische Erwägungen auf höherer und höchster diplomatischer Ebene. Weniger bekannt ist, dass auf unterer und unterster Stufe tagtäglich ein eigentlicher Kleinkrieg iu Import- und Exportkontingente mit der Blockademacht Grossbritannien ausgefochten wurde, ein Krieg, der von der Schweiz gewonnen wurde, ohne dass es dabei einen Verlierer England geben musste.
Diese Auseinandersetzungen und deren Bewertung stehen im Mittelpunkt des vorliegenden Buches. Dabei finden der Einsatz und die Wirkung der berüchtigten britischen «Schwarzen Listen» besondere Beachtung. Die «Schwarzen Listen» waren jene Zusammenstellungen von Firmen und Privatpersonen neutraler Länder, die sich – immer in den Augen Grossbritanniens – allzu sehr mit der Achse arrangierten und deshalb zu «Feinden» Englands erklärt wurden. In diesem Zusammenhang wird auch auf einzelne Beispiele von Firmen eingegangen, so etwa auf den Fall Sulzer, der aufgrund seiner Konstellation damals staatspolitische Dimensionen annahm.
Im Anhang der Arbeit befindet sich ein vollständiger Auszug der «Schwarzen Liste» /Statutory List) mit den rund 1600 Schweizer Eintragungen, wobei jeweils auch die Gründe, die zur Listensetzung führten, vermerkt sind.
Das Buch erschien 1991 im Verlag Neue Zürcher Zeitung. Die ISBN-Nummer lautet: ISBN 3 85823 314 5.
Das Buch ist vergriffen ist, wird aber antiquarisch immer wieder angeboten - zum Beispiel auf : "ZVAB"